L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

Der größte Feind des Menschen ist der Mensch

Und er beweist es jeden Tag aufs Neue

 

Menschenvernichtungssystem G U L A G

 

„Zulieferer“ für diese Straf-Arbeitslager waren, soweit es die deutschen Kriegsgefangenen betrifft, die Ministerien des Inneren (MWD) und für Staatssicherheit (MGB) sowie die sowjetischen Gerichte, zu denen die Militär- und Polizeigerichte und die Administrativjustiz des Innenministeriums gehörten, ebenso die Spezialabteilung OSSO, die von Moskau aus Fernurteile fällte.

 

Dazu die Schilderung eines Betroffenen:

„Mir wurde am 16. Januar 1947 durch einen NKWD-Offizier mitgeteilt, dass ich durch OSSO bereits am 30. November 1946 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden sei. Die Kenntnisnahme meiner Verurteilung habe ich ihm dabei unterschreiben müssen. Das Fernurteil ist also eine administrative Verfügung, nach der ein Häftling auch bei nicht ausreichendem Belastungsmaterial zu Freiheitsentzug und Isolierung verurteilt werden kann“.

(„Verbrechen der Sieger“ von Wilhelm Anders, Seite 313)

 

Demnach kam es bei der Behandlung der Kriegsgefangenen auch nicht darauf an, ob sie ein verfolgungswürdiges Delikt begangen hatten oder gar „Kriegsverbrecher“ waren, es interessierte allein die Arbeitskraft. Die gesamte Steuerung und Verwaltung der in die Straflager geschleusten Arbeitskräfte oblag der seit Solschenizyn weltweit berüchtigten Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager, bekannt unter der Abkürzung G U L A G. Sie war eng verknüpft mit der Planungskommission, verfügte über ein eigenes Gericht mit Staatsanwalt und war die Vermittlerin für die Zwangsarbeit. Ihr unterstanden alle

R e g i m e der IT-Lager (Besserungsarbeitslager), die in sechs Kategorien eingeteilt waren und welche die deutschen Kriegsgefangenen alle kennengelernt haben. (Seite 314)

 

Nicht der Mensch mit seinen Bedürfnissen interessierte, sondern allein seine Produktionskraft, die bis zum letzten Quentchen aus ihm herausgepresst wurde. Wenn Neuland gewonnen, Bodenschätze gehoben, Erträge eingebracht und neue Produktionsstellen errichtet werden sollten, mussten immer neue Arbeitskräfte zugeführt werden. Weil die freiwillige Anwerbung nicht ausreichte, wurde die Arbeitspflicht eingeführt, die den Staat ermächtigte, jeden Menschen dorthin zu schicken, wo man seinen Einsatz forderte, aus der Arbeitspflicht wurde Zwangsarbeit.

(„Verbrechen der Sieger“ von Wilhelm Anders, Seite 312)

Der amerikanische Volkswirtschaftler Grobschmid schrieb 1953:

„Der größte Teil der in den Zwangsarbeitslagern befindlichen Gefangenen ist nicht schuldig, ein politisches oder kriminelles Verbrechen begangen zu haben. Man verhaftete diese Menschen, weil die Regierung billige Arbeitskräfte brauchte. Hinzu kommt, dass die meisten der Riesenprojekte, welche die Sowjetregierung durchführen lässt, in Gebieten liegen, in denen niemand freiwillig arbeiten würde.“ Hier liegen die großen Straflagerbezirke mit unterschiedlichen Lagerkategorien und Zwangsiedlungen, ein Gemisch von Schwerstkriminellen und „Klassenfeinden“, die daran gehindert werden sollen, „dem sozialistischen Aufbau Abbruch zu tun“.

(„Die Verbrechen der Sieger“ /Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen , Seite 311 + 312)

 

Menschenvernichtungssystem G U L A G

 

Die sechs Kategorien der R e g i m e, nach russischem Sprachgebrauch gleichzusetzen mit Lebensweise oder Lebensordnung, der IT-Lager (Besserungsarbeitslager), welche die meisten deutschen Kriegsgefangenen viele Jahre kennengelernt haben:

 

1. Das gelockerte Regime, in dem Kriminelle mit guter Führung untergebracht und deren Reststrafe nicht mehr als drei Jahre beträgt. Sie gehen ohne Bewachung zur Arbeit, dürfen schreiben und erhalten in einem gewissen Umfang ihren Verdienst ausbezahlt.

2. Das normale Regime ist größtenteils mit Kriminellen aber auch mit „Politischen“ belegt, deren Strafdauer bis zu zehn Jahre beträgt. Sie gehen unter Bewachung zur Arbeit, werden gefilzt (Leibesvisitation), die Kriminellen dürfen Angehörigenbesuch empfangen.

3. Das strenge Regime hat Insassen, die zumeist aus politischen Gründen bis zu 25 Jahre verurteilt wurden. Ihrer „Gefährlichkeit“ wegen ist das Lager mit einem hohen Stacheldrahtzaun umgeben, in den Selbstschüsse eingebaut sind.

4. Das verschärfte Regime wird bei denen angeordnet, die sich in anderen Lagern Verstöße haben zuschulden kommen lassen. Die Sicherungsvorkehrungen sind verschärft, die Verpflegung ist herabgesetzt. Die Insassen werden bei verlängerter Arbeitszeit zu den schwersten Arbeiten herangezogen, vielfach in Steinbrüchen und Kalkbrennereien. Die Baracken sind ständig verschlossen. Die Behandlung ist katastrophal, denn monatlich werden auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit unzählige von ihnen erschossen.

5. Das Katorgan-Regime ist mit einer dichten Kette von Wachtürmen umgeben. Die Einweisung erfolgt teils auf Grund von Gerichtsurteilen, teils durch Verfügung von Lagerchefs anderer Lager bei schweren Verstößen gegen die Lagerordnung. Die Insassen werden mit Ketten gefesselt zur Arbeit geführt. Die Verpflegung steht auf niedrigstem Stand, bei verlängerten Arbeitszeiten müssen schwerste Arbeiten nach höchsten Normen geleistet werden.

6. Das Isolator-Regime gibt es in allen Straflagerbezirken. Zweck ist die Absonderung von den übrigen Gefangenen wenn Fluchtgefahr besteht oder wenn gegen den Gefangenen ein neues Strafverfahren eingeleitet wird.

Warum und wegen welcher „Verbrechen“ wurden deutsche Kriegsgefangene in diese Straflager verbannt? Nachstehend einige Beispiele:

„Ich war im September 1947 in Nowsibirsk verurteilt worden, weil man mir vorwarf, ich hätte sowjetisches Eigentum beschädigt (im Kriege!). Ich erhielt 25 Jahre Zwangsarbeit!“(Eidesstattliche Erklärung eines Feldwebels).

 

Der Arzt Joseph Scholmer traf in der Peresylka (Durchgangslager) in Workuta mit 1200 deutschen Kriegsgefangenen zusammen. Alle Gefangenen sind in ihren Lagern verhaftet und vom sowjetischen Militärtribunal verurteilt worden, fast alle zu 25 Jahren Zwangsarbeit. Ihre „Verbrechen“ waren verschiedener Art. Manche haben aus Hunger einige Kohlköpfe oder einige Kilo Kartoffeln gestohlen. Andere waren bei der Partisanenbekämpfung eingesetzt. Die SS-Leute wurden verurteilt weil sie bei der SS waren, Generale, weil sie Generale, Stabsoffiziere weil sie Stabsoffiziere waren. Einem General wurde vorgeworfen, dass in seinem Divisionsbereich aus einer Kolchose siebzehn Hühner verschwunden sind. Ein katholischer Ordenspriester erhielt 25 Jahre weil bei ihm Skizzen mit den Physiognomien sowjetischer Wachtposten gefunden wurden.

(„Die Verbrechen der Sieger“ /Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen , Seite 314 + 315 + 316 + 319)

 

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit wird fortgesetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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