L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

 

Der größte Feind des Menschen ist der Mensch,

und er beweist es jeden Tag aufs Neue

 

Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern / Die Rheinwiesenlager.

 

Kurz vor Kriegsende waren es Millionen deutscher und verbündeter Soldaten sowie Zivilisten, die aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen und anderen östlichen Gebieten in Richtung Westen vor der Roten Armee flohen und ihr Heil bei den amerikanischen Truppen suchten. Hatten sie die ersten Soldaten in den olivgrünen Kampfanzügen erst mal erreicht waren sie heilfroh, dem drohenden Unheil in Gestalt der entmenschten sowjetischen Soldateska entkommen zu sein. Gerettet waren sie aber noch lange nicht. Zuerst wurden sie von den Amerikanern ebenso gründlich ausgeplündert wie ihre Leidensgenossen in sowjetischer Gefangenschaft.

 

Nachdem alle Wertgegenstände, Orden, Ehrenzeichen und persönlichen Dinge den Besitzer gewechselt hatten, wurden die Gefangenen auf großen Wiesen zusammengetrieben, die als Stacheldraht-Vierecke eingezäunt waren und den Namen trugen „PWTE – Prisoner of War Transient Enclosure“, direkt übersetzt: „Vorläufiges Gehege für Kriegsgefangene“. Dass es sich nicht um wirkliche Lager handeln sollte, ergab sich aus dem englischen Begriff „enclosure“ = Koppel, Gehege oder Anlage. Es handelte sich um Koppeln oder Gehege, wie man sie auf der ganzen Welt verwendet, um Vieh einzuschließen.

 

Hätte es sich um wirkliche Lager mit festen Gebäuden gehandelt, hätte man logischerweise das englische Wort „camp“ für „Lager“ verwendet. Alles, was ein Lager außer seiner Umzäunung ausmacht, war nicht vorhanden. Es gab keinerlei Behausung, keine Baracke, keine Hütte, ja nicht einmal ein ordentliches Zelt. Sanitäre Einrichtungen waren nicht vorhanden, auch keine Krankenstation!

 

So begannen die Gefangenen, außer Soldaten auch Tausende Frauen mit Kindern und alte Männer, sich so gut einzurichten, wie es unter diesen Umständen nur möglich war. Mit bloßen Händen und abgebrochenen Ästen wurden Erdlöcher zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung gegraben. Wenn zwei Soldaten noch ihre Mäntel hatten, banden sie diese zusammen und improvisierten ein Dach gegen den Regen. Wer eine Decke oder Zeltplane sein eigen nennen konnte, war fast schon ein Privilegierter in jenen Lagern. Gab es in den ersten Tagen noch einige kleine Bäume oder Büsche, mit deren Holz man nachts Feuer machen konnte gegen die Kälte, waren diese ab Anfang Mai 1945 restlos verbraucht, und Hunderttausende froren bei Nacht in feuchter Kleidung vor sich hin.

 

Je näher das Kriegsende kam, desto mehr füllten sich auch diese Lager, die man wegen ihrer Lage im Volksmund „Rheinwiesenlager“ nannte.

Bezeichnet wurden sie nach der nächstgelegenen Stadt oder Ortschaft. Die Amerikaner gaben ihnen taktische Kennzeichnungen, die mit den Buchstaben A und C begannen.

(„Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen“ von Ludwig Peters, Seite 149 -151)

 

 

 

Der geplante Tod in den Rheinwiesenlagern

 

Als nach Kriegsende die Gefangenen zu Hunderttausenden in diese Durchganggehege strömten, wurde die Enge dort kaum noch erträglich. Immer wieder berichteten ehemalige Gefangene, die in jenen Lagern gewesen waren, dass es im Mai 1945 kaum möglich war, sich in Lagern wie Rheinbergen oder Sinzig überhaupt noch lang ausgestreckt hinzulegen.

 

Wenn es regnete oder die Nacht kalt wurde, waren Unterkühlung, Lungenentzündung und Kreislaufversagen vorprogrammiert. Den Tod Tausender von Gefangenen nahmen die amerikanischen Bewacher und ihre Befehlshaber nicht nur in Kauf, sie schienen ihn geradezu zu provozieren, denn die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln wurde nur schleppend und oft tagelang gar nicht durchgeführt!

 

Nachts wurden die Stacheldraht-Gehege von den Scheinwerfern der Wachtürme so grell erleuchtet, so dass ein richtiges Schlafen nur aus völliger Erschöpfung möglich war. Meist schliefen die Gefangenen, die die sich zu kleinen Gruppen und Grüppchen zusammengeschlossen hatten, abwechselnd, um so wenigsten ein paar Stunden Ruhe und Entspannung zu bekommen. Wenn man schlief, quälten Hunger und Durst nicht so wie in den Stunden, in denen man wach war und kaum noch an etwas anderes als Trinken und Essen denken konnte.

 

So waren in 17 amerikanischen Lagern im Mai 1945 mehr als zwei Millionen Gefangene zusammengepfercht, die mit Wasser- und Verpflegungsrationen versorgt wurden, welche weit unter dem Existenzminimum lagen.

(„Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen“ von Ludwig Peters, Seite 153)

 

Der amerikanische Oberbefehlshaber Eisenhower entzog den über drei Millionen deutschen Kriegsgefangenen, die nach der Kapitulation im Reichsgebiet in amerikanische und britische Kriegsgefangenschaft geraten waren, per Befehl den Schutzstatus der „Kriegsgefangenen“, den sie nach dem Kriegsvölkerrecht bis dahin genossen hatten. Auch Sowjets und Franzosen ließen nach der Kapitulation alle bisher geübten Rücksichtsnahmen fallen.

 

Ab dem 8. Mai 1945 wurden die deutschen und italienischen Gefangenen in den USA, in Kanada, Italien, in der Tschechoslowakei und in England, die bis dahin nach den Maßgaben des Kriegsvölkerrechts ernährt worden waren, von einem Tag auf den anderen auf stark gekürzte Rationen gesetzt. Die Kriegsgefangenen im Reichsgebiet, denen Eisenhower den Schutzstatus nach dem Völkerrecht entzogen hatte, wurden auf mit Stacheldraht eingezäunten Feldern und Wiesen unter freiem Himmel zusammengepfercht. Sie erhielten in den ersten Tagen nach der Kapitulation in den meisten Lagern weder Wasser noch Verpflegung. Selbst die Verwundeten und Kranken lagerten schutzlos bei Regen, Wind und Kälte auf nackter, schlammiger Erde. Es fehlte zunächst jede ärztliche Versorgung. Es gab für Tausende von Männern nicht einmal improvisierte Toiletten. Durchfallkranke Soldaten starben an Entkräftung oft dort wo sie ihre Notdurft verrichteten.

Die Folge dessen war ein Massensterben unter den deutschen Kriegsgefangenen!

 

(8. Mai 1945 „Erlöst und vernichtet zugleich“ vom Verband deutscher Soldaten e.V. Beiträge von Josef Frey, Gerd Schultze-Rhonhof, Emil Schlee und Hanno Graf von Kielmansegg, Seite 65)

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit

Wird fortgesetzt

 

 

 

 

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