L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

 

Nur das ständige Wiederholen der Wahrheit zwingt die Lüge zum Rückzug

 

„Der Polenfeldzug 1939“ von Alex Buchner / Schlaglichtartige Einblicke in die Kampfhandlungen auf deutscher und polnischer Seite

 

Die Schlacht um die Festung Modlin

Am 26.9.1939 begann nach beendetem Aufmarsch schwerer und schwerster Batterien das Zermürbungsfeuer. Gleichzeitig flog die Luftwaffe in rollenden Einsätzen ihre Angriffe. Zahlreiche Brände und schwere Explosionen zeigten eine solche Wirkung, dass die Pz. Div. „Ostpreußen“ von Westen und die 32. Inf. Div. von Norden bis zum 27.9. an den Stadtrand von Modlin vorstoßen konnten.

Der Sturm gegen die Festung selbst wurde von Westen und Nordwesten angesetzt. Hier sollte zunächst mit dem Infanterie - Regiment 4 das Fort III, mit dem Inf. Regiment 94 das Fort II und mit dem SS-Regiment „Deutschland“ das Fort I genommen und damit ein breiter Einbruch in die Festung erzielt werden.

(Seite 178)

 

Am 28.9.um 7.25 Uhr hisste Fort III die weiße Fahne und ergab sich mit 18 Offizieren und 940 Mann. Dann ging auch auf Fort II die weiße Fahne hoch. 450 Offiziere und über 1000 Soldaten gaben den Widerstand auf.

Der Angriff des SS-Regiments „Deutschland“ gegen Fort I wurde von einem leichtem und einem schweren Artillerie – Regiment unterstützt. Auch Sturzkampfbomber flogen an. Doch die Polen gaben nicht auf. Den Angreifern schlug heftiges Feuer entgegen. Erst als die Feuerstrahlen von Flammenwerfern einer Pionierkompanie in die Gräben und Bunker zischten und ein erneuter Artillerieorkan über die Verteidigungsanlagen niederging, ergab sich auch Fort I mit seiner Besatzung von 13 Offizieren und 190 Mann.

(Seite 179)

 

Am 29.9.1939 um 6.30 Uhr meldeten sich beim II. Armeekorps und bei XV. Armeekorps jeweils bevollmächtigte Vertreter des Festungskommandanten General Thommee und boten die Übergabe an. Bis auf ein Fort im Westen, das erst nach heftigen Kämpfen gegen 9.00 Uhr genommen werden konnte, zeigten nun alle Forts und Werke die weiße Fahne.

Die große Festung Modlin war mit insgesamt 1 200 Offizieren, 24 000 Mann und 105 Geschützen sowie 370 MG nach drei Angriffstagen gefallen. Mit Warschau und Modlin hatten nun auch die beiden größten noch bestehenden Widerstandszentren kapituliert.

(Seite 180)

 

Nach dem Fall von Warschau und Modlin hielt sich als letzte polnische Bastion nur noch die schwer angreifbare Halbinsel Hela. An ihrer Spitze hatten die Polen das alte kleine Fischerdorf Hela in eine moderne Festung mit einem Kriegshafen verwandelt. Der Halbinsel gegenüber lag im „Korridor“ die Festung Gdingen mit dem Kriegshafen Heisternest.

(Seite 182)

 

Am 14.9.1939 fiel Gdingen, am 19.9. nach eingehender Artillerievorbereitung und mit Hilfe der Marine und Luftwaffe auch die Oxhöfer Kämpe. 300 polnische Offiziere und

12 000 Mann mit 40 Geschützen mussten den weiteren Kampf aufgeben.

Noch aber hielt sich die Festung Hela. Hier war es inzwischen das erste und einzige Mal im ganzen Feldzug zu einem Stellungskrieg gekommen, da die Polen an der schmalsten Stelle der Halbinsel zäh den Zugang auf dem Landweg nach Hela verteidigten. Es waren richtige Stellungskämpfe, die an dieser Miniaturfront stattfanden. Draußen von See her blockierten Minensuchboote die Seefestung. Täglich in den Morgenstunden rollten die Salven der „Schleswig Holstein“ und der „Schlesien“ über die weite Danzigerbucht. Mitten aus Neufahrwasser flammten die Blitze der schweren Schiffsgeschütze. Obwohl Hela mehrfach durch Radio zur Übergabe aufgefordert wurde, erfolgte keine Antwort. Doch zum letzten Kampf kam es nicht mehr. Noch ehe der vom Heer und der Kriegsmarine gemeinsam vorbereitete Angriff durchgeführt wurde, kapitulierte auch Hela. Am 2.10.1939 fanden im Kurhaus von Zoppot die Übergabeverhandlungen statt. Hela ergab sich mit Konteradmiral v. Unrug, 250 Offizieren und 4500 Marinesoldaten. Die letzte polnische Festung hatte das Feuer eingestellt.

(Seite 184)

Seit dem 21.9.39 befanden sich die deutschen Truppen überall im raschen Rückmarsch auf die vorläufige Demarkationslinie. Diese Bewegungen vollzogen sich reibungslos im vollen Einvernehmen mit den langsam nachfolgenden Truppen der Roten Armee, gemäß dem Geheimen Zusatzprotokoll in deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom

24. August 1939. (Seite 185)

 

Was an polnischen Truppen erst nach Westen und dann nach Südosten entkommen war, fiel teils den Sowjets in die Hände, teils konnten sie sich nach Ungarn und Rumänien durchschlagen. (Seite 188)

 

„In bewundernswerter Tapferkeit, aber völliger Verkennung der Gesamtlage“, wie General v. Vormann darüber urteilte, versuchten die letzten Überreste des polnischen Heeres den Kampf fortzusetzen. Als stärkere polnische Kräfte im Raum Kock auftraten, erhielt ein Regiment der 13. mot. Division am 2.10.39 den Befehl die Lage zu bereinigen. Der Angriff auf Kock scheiterte jedoch verlustreich. Nun musste am 3.10. die ganze 13.mot. Division und am nächsten Tag auch noch die 29. mot.Division und somit das ganze XIV. Armeekorps eingesetzt werden. Im konzentrischen Angriff beider Divisionen von allen Seiten wurden die Polen unter schweren Kämpfen am 5.10. nordwestlich von Kock eingekesselt und zusammengedrückt. Tags darauf um 2.00 Uhr bot ihr Befehlshaber, General Kleeberg persönlich die Waffenstreckung an. Es waren

2 Generale, 1 250 Offiziere und 16 000 Mann der verschiedensten Truppteile die kapitulierten. Mit der Übergabe bei Kock erlosch am 6. Oktober 1939 jeder organisierte polnische Widerstand. Weitere Kampfhandlungen fanden nicht mehr statt. (Seite 189)

 

Das auch heute noch oft gehörte Schlagwort vom „Feldzug der 18 Tage“ ist falsch und wurde damals aus propagandistischen Gründen geprägt. Tatsächlich dauerte der Feldzug in Polen etwas mehr als 4 Wochen. Der deutsche Operationsplan allerdings wurde fast haargenau durchgeführt und in allen seinen vorgesehenen Bewegungen und Zangenarmen perfekt vollendet. Der „Fall Weiß“ war zum genialen „Blitzkrieg“ geworden, der heute noch von den Militärsachverständigen der ganzen Welt bewundert wird. (Seite 202)

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit

 

Wird fortgesetzt

 

 

 

 

 

 

 

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