L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

Nur das ständige Wiederholen der Wahrheit zwingt die Lüge zum Rückzug

 

„Der Polenfeldzug 1939“ von Alex Buchner/Schlaglichtartige Einblicke in die Kampfhandlungen auf deutscher und polnischer Seite (IV).

 

Der von polnischer Seite herausgeforderte und provozierte Sturm auf Warschau

Die deutschen Angriffsvorbereitungen dauerten bis zum Abend des 24.9.1939. Schier endlose Batteriestellungen entstanden, fast alle 50 Meter stand ein Geschütz. Während des Aufmarsches der Artillerie und der Bereitstellung der Infanterie, fand am 22.9. der erste große Luftangriff der Luftflotte 1 auf Warschau und der Luftflotte 4 auf Modlin mit insgesamt 1 150 Flugzeugen statt.

(Seite 172)

 

Die Zivilbevölkerung war durch deutsche Lautsprecher aufgefordert worden, sich im Nordteil der Vorstadt Praga in Sicherheit zu bringen, der geschont werden sollte. Die Angriffvorbereitungen durch die sehr starke Artillerie und durch den Einsatz aller verfügbaren Kampf- und Stuka-Verbände hatten eine furchtbare Wirkung. Weite Flächenbrände brachen aus, große Teile der Befestigungsanlagen sanken in Trümmer.

(Seite 173)

 

Auf der Ostseite der Weichsel versuchten die Polen noch am 22. und 23.9. in mehreren wütenden, teilweise nächtlichen Vorstößen vergeblich aus Praga auszubrechen. Bei diesen Kämpfen fiel am 22.9. im Gefechtsabschnitt der 12. Infanterie-Division bei einem eigenen Spähtruppunternehmen der frühere Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch in vorderster Front.

(Seite 173)

 

Am 25.9.39 frühmorgens traten das XI. Armeekorps im Norden mit der 18. und 19. Infant. Division, im Westen und Süden das XIII. Armeekorps mit der 31., 10. und 46. Inf.Div. zum Angriff an. Den ostwärtigen Stadtrand jenseits der Weichsel hielten nach wie vor das

I. Armeekorps und das Armeekorps Wodrig fest umschlossen.

(Seite 174)

 

Unter heftigem polnischen Flakfeuer luden 240 Stukas, 100 Kampfflugzeuge und 30 Ju 52 pausenlos ihre vernichtenden Lasten über dem Westteil von Warschau ab. Diese rund 400 Maschinen warfen in drei- und viermaligen Anflügen 560 to Sprengbomben und 72 to Brandbomben im bisher schwersten Luftangriff ab. Riesige Rauchwolken wuchsen hoch und bei Einbruch der Nacht wölbte sich glutroter Feuerschein über der brennenden Stadt.

(Seite 175)

 

Hart tobte der Kampf um jeden der in ein Bollwerk verwandelten Häuserblocks. Nun, da im Straßen-und Häuserkampf Artillerie und Flieger nicht mehr helfen konnten, musste Gebäude nach Gebäude von den Stoßtrupps einzeln genommen werden. Von überall her fegte das heftige polnische Abwehrfeuer.

(Seite 175)

 

 

Bis zum Abend konnte die 46. Infanterie Div. gegen fanatische polnische Gegenwehr die gesteckten Ziele erreichen während die 31. Inf. Div. noch zurück hing. Das XI. Armeekorps im Nordwesten hatte an diesem Tag sämtliche Außenforts nehmen und bis an den Stadtrand herankommen können. Auf dem ostwärtigen Weichselufer schob sich die 11. Inf.Div. nach Praga hinein, dessen Südteil in hartem Häuserkampf genommen wurde. Jetzt brach der verzweifelte polnische Widerstandswille zusammen!

Noch am 26.9.1939 gegen 17.00 Uhr fanden sich beim I. Armeekorps vor Praga zwei polnische Unterhändler ein mit der Bitte um einen 24-stündigen Waffenstillstand und die Einleitung von Übergabeverhandlungen. Von deutscher Seite wurde jedoch nun die bedingungslose Kapitulation gefordert.

Am 27. September 1939 um 8.00 Uhr überbrachten offizielle Abgesandte des Generals Rommel das Angebot einer bedingungslosen Übergabe.

Daraufhin wurde der deutsche Angriff sofort überall angehalten und befohlen das Feuer einzustellen.

Als am 28.9.1939 um 13.15 in Rakow auf dem Gefechtsstand der 8. Armee die Übergabeurkunden von beiden Seiten unterzeichnet wurden, meinte der polnische General Kutrzeba: „Das Ende ist bitter – wir haben es nicht verdient!“

Und der polnische General Rommel sagte bedeutungsvoll: „Ein Rad dreht sich ...“ Er meinte damit das Rad der Geschichte. Es sollte sich tatsächlich noch gewaltig drehen.

(Seite 176)

 

Dann begann drei Tage und Nächte lang das Sammeln und der Ausmarsch der Verteidiger auf den Plätzen und Straßen, die nach Westen führten. Rund 120 000 Mann hatten nach tapferer jedoch sinn- und hoffnungsloser Gegenwehr die Waffen niedergelegt. In guter soldatischer Ordnung und tadelloser Disziplin rückten sie jetzt in großen Marschblöcken ab in die Gefangenschaft. Am 1.10.1939 marschierten die ersten deutschen Truppen in Warschau ein.

(Seite 176 u. 177)

 

Eine gerechte Beurteilung des Geschehens kann nicht daran vorbeigehen, dass von deutscher Seite mehrmals der ehrliche Versuch unternommen wurde, der Hauptstadt Warschau und ihrer Bevölkerung die Leiden und Schrecken eines Kampfes zu ersparen. Alle Bemühungen scheiterten aber an dem harten „Nein“ der polnischen Militärs in Warschau, die eine Verteidigung um jeden Preis wollten!

(Seite 180)

 

Kurz nach dem Angriff auf Warschau begann auch der Ansturm gegen die 25 Kilometer nordwestlich gelegene Festung Modlin.

An der Mündung des Narew in die Weichsel gelegen, stellte sie mit ihrem 60 Kilometer langen äußeren Fortgürtel und ihren Werken zwar keine neuzeitliche Befestigung mehr dar, doch boten die meterdicken Mauern und Kasematten noch genügend Schutz gegen Bomben und schweres Artilleriefeuer. Der Kern der Festung war von tiefen gemauerten Gräben umgeben, die von Grabenstreifen flankiert wurden. Oben auf den hohen Wällen waren Feldstellungen ausgehoben und behelfsmäßige Geschützbunker aus schweren Baumstämmen errichtet worden.

(Seite 177)

 

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit

 

 

Wird fortgesetzt

 

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