L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

 

Man kann ein ganzes Volk nicht auf Dauer belügen

 

„Der Polenfeldzug 1939“ von Alex Buchner /Schlaglichtartige Einblicke in die Kampfhandlungen auf deutscher und polnischer Seite (II)

 

Noch blickten die polnischen Politiker und Militärs hoffnungsvoll nach Westen. Nun konnte es nach der Kriegserklärung Englands und Frankreich an Deutschland nicht mehr lange dauern, bis die fest zugesagte Entlastungsoffensive der Westmächte hier im Osten eine fühlbare Erleichterung bringen musste. So glaubten sie jedenfalls.

(Seite 64)

 

Der Narew-Fluss ist kein Hindernis. Am 10. September ab 10.00 Uhr setzte die Infanterie über den Narew und nahm die ersten beherrschenden Bunker im Nahkampf. Die geschlagene Bresche verbreiternd, mussten die Stoptrupps in stundenlangem Einzelringen Bunker um Bunker niederkämpfen, bis endlich gegen Abend die ganze Stellung in deutscher Hand war. Ein polnischer Gegenangriff konnte unter hohen Feindverlusten abgewiesen werden.

( Seite 68 )

 

Am 13.9.1939 streckten die letzten Truppenteile im Waldgebiet von Ilza die Waffen. Fünf bis sechs polnische Divisionen der Armee „Preußen“ hatten aufgehört zu bestehen. Nur Reste der polnischen 12.,19.,29. und 13. Inf. Division und der Kavallerie Brig. „Krakau“ konnten entkommen. Über 60 000 Gefangene, 143 Geschütze und 38 Panzer fielen in deutsche Hand.

(Seite 79 )

In einem verwegenen Panzerritt, ohne den Gegner zu beachten, der noch links und rechts stand, stürmte die 4. Panzer Division, begleitet von Schlachtflieger-Staffeln, auf der großen Straße nach Nordosten mit dem Wegweiser: Nach Warschau – 125 Kilometer.

Am frühen Abend des 8. September erreichten die ersten deutschen Panzer den südwestlichen Stadtrand von Warschau.

( Seite 79 )

 

Die 31. Inf. Division hetzte in Eilmärschen hinter der 4. Panzer Div. her um als infanteristische Verstärker der Panzer ebenfalls Warschau zu erreichen. Als gepanzerte Speerspitze stand das XVI. Korps vor der polnischen Hauptstadt. Noch am 8. September um 17 Uhr befahl die 10. Armee die „Offene Stadt Warschau im Handstreich zu nehmen“. Doch der rasche Einbruch der 4. Panzer Division stieß sogleich auf einen unerwarteten Widerstand, es schlug ihnen stärkstes Abwehrfeuer entgegen! Da sich auch der Tag zu Ende neigte, musste die vorgesehene Besetzung der Stadt abgebrochen werden. In den kommenden Nachstunden marschierte die Division breiter auf und stellte sich zum planmäßigen Angriff bereit.

(Seite 80 )

 

 

 

 

Was war in Warschau geschehen? Schon bei der Annäherung der deutschen Panzer hatten ein paar entschlossene Männer unter der Führung des Bürgermeisters Starzynski, des Fürsten Lubormirski und des Historikers Lipinski in aller Hast und Eile Arbeiterwehren und andere Miliz- und Freiwilligengruppen mobilisiert, um das Stadtgebiet solange zu halten, bis die aus Südwesten zurückgehenden Truppen der Armee „Lodz“ eintrafen. Rund die Hälfte der 1,5 Millionen zählenden Einwohner wurde zu Verteidigungs- und Schanzarbeiten herangezogen. Tausende von Zivilisten hoben u.a. fast um ganz Warschau einen Panzergraben von zwei Meter Tiefe und Breite aus.

(Seite 84)

 

Am 9. September 1939 ließ die polnische Führung über Kurzwellensender ausstrahlen: „Wir erwarten, dass der Kampf um Warschau schwer sein wird, aber wir haben hinter uns nicht nur die Armee, sondern auch alle Bürger dieser Stadt, die ein Gewehr tragen können!“

Damit hatte sich Warschau selbst zum Kampfgebiet gemacht und jeglichen rechtlichen Status einer vorher freien und offenen Stadt verloren!

(Seite 85)

 

Der hier erwähnte rechtliche Status wird in der Haager Landkriegsordnung (LKO) von 1907 definiert. Die LKO war ein Bestandteil der Haager Friedenskonferenz, die auf Anregung von Russland in den Jahren 1899 und 1907 in Haag (Niederlande) abgehalten wurde. Es wurden die Regeln und Gebräuche des Landkriegs festgelegt. Die LKO bindet die Staaten die sie ratifiziert haben, und soweit sie allgemeine Regeln des Völkerrechts kodifiziert, alle Kriegsführenden zu einer menschlichen Kriegsführung.

( Der Verfasser)

 

Warschau hatte sich gewissermaßen über Nacht in eine feuerspeiende Festung verwandelt! Da der überaus starke Widerstand am 9. September nicht gebrochen werden konnte, außerdem von der deutschen Luftaufklärung größere polnische Kräfte im Anmarsch über Lowicz und Sochaczew (Teile der Armee „Lodz“) in Flanke und Rücken der 4. Panzer Div. gemeldet wurden, musste auf einen weiteren kräftezehrenden Straßen- und Häuserkampf verzichtet werden.

Der Kommandeur der 4. Panzer Division meldete an XVI Korps:

„Der Angriff in die Stadt musste verlustreich eingestellt werden. Da Warschau von unerwartet starkem Gegner mit allen Waffen verteidigt wird, ist eine einzige Panzerdivision mit nur vier Infanteriebataillonen viel zu schwach für einen durchschlagenden Erfolg.“

(Seite 83 + 84)

 

Es war 15.00 Uhr am 12. September als die ersten deutschen Fahrzeuge nach Lemberg-West hineinfuhren. Die Sturmfahrt der mot. Gruppen der Division hatte ihr Ende gefunden. In fünftägiger Verfolgung waren, fast ununterbrochen fahrend und kämpfend, über 600 Kilometer zurückgelegt worden. Damit standen diese Vorausabteilungen, allen anderen Teilen der 14. Armee weit voraus, tief in Südpolen. In letzter Stunde scheiterte der Blitzvorstoß auf Lemberg an der entschlossenen Gegenwehr der überlegenen Besatzung. Eine Woche schwerer Kämpfe mit großen Verlusten sollte der 1. Gebirgsjäger Division nun bevorstehen.

(Seite 94)

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit

 

 

Wird fortgesetzt

 

 

 

 

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