L e o T h e n n Pforzheim Sommer 2005

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

 

Das Streben nach historischer Wahrheit lässt sich nicht unterdrücken, es bleibt lebendig und aktiv.

 

Sebastian Haffner (1907-1999) war ein entschiedener und engagierter Gegner von Hitler und dem Nationalsozialismus. Er emigrierte 1938 nach England und arbeitete dort als Journalist, vor allem für den „Observer“, 1954 kehrte er als Auslandskorrespondent des „Observer“ nach Deutschland zurück, war dann (ab 1961) als politischer Kolumnist erst für „Die Welt“, später (ab 1963) für den „Stern“ tätig. Aus seinem Buch „Von Bismarck zu Hitler“ nachstehend einige Zitate:

 

Gleichzeitig setzte in diesen Jahren das Hitlersche Wirtschaftswunder ein: eine Belebung der Wirtschaft, die in den vier Jahren von 1933-1937 aus der Massenarbeitslosigkeit zur Vollbeschäftigung führte, womit Hitler fast die ganze ehemalige sozialdemokratische und einen großen Teil der ehemals kommunistischen Anhänger- und Wählerschaft für sich gewann oder mindestens neutralisierte.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 246 )

 

Man hat die Nazis als eine „Bewegung“ charakterisiert, aber, so seltsam es klingt, die wirkliche Bewegung war nach 1933 Hitler selbst. Hitler hat als Herrscher mehr in Bewegung gebracht als das ganze Deutsche Reich und das gesamte Deutsche Volk.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 250 )

 

Für die Propaganda war das im März 1933 aus dem Nichts geschaffene Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda zuständig, das Goebbels unterstand. Er monopolisierte, auf legale Art von Hitler dazu ermächtigt, den gesamten Bereich, den man heute Medienbereich nennt. Goebbels führte seine Aufgabe auf eine sehr geschickte Weise aus, die man unter rein technischen Gesichtspunkten nur bewundern kann. Goebbels versuchte nämlich nicht, das gesamte deutsche Volk zu nationalsozialistischen Ideen zu bekehren. Er verlegt seine Anstrengungen darauf, dem deutschen Volk durch seine Medien eine heile Welt vorzuspiegeln, die unter dem Führerregime wiederhergestellt worden war.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 254 )

 

Der zweite große Erfolg, den Hitler in dieser Zeit vorweisen konnte, war die gelungene Aufrüstung. Alle Bedenken, die in der Reichswehr noch gegen Hitlers sonstige Politik obwalten mochten, konnte er auf diese Weise neutralisieren. In dem Millionenheer, das Hitler jetzt schuf, wurden die Leutnants der Reichswehr

zu Obersten, die Obersten wurden Generale, die Generale wurden Feldmarschälle, kurzum: es ging allen sehr gut. Und das nicht nur in materieller Hinsicht. Sie alle fühlten sich beruflich jetzt wieder sehr wohl, sie durften endlich wieder ihre volle Leistungskraft entfalten; sie dienten einem militärischen Unternehmen, das sich in kräftigem Aus- und Aufbau befand.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 259 )

 

Hitlers dritter großer Erfolg, der im breiten Publikum auch dank der Verkaufstechnik von Joseph Goebbels großen Eindruck machte, war seine Außenpolitik. Die Art wie er anfing, der Welt Trotz zu bieten, ganz anders als etwa Stresemann und die zahlreichen republikanischen Regierungen vorher unter dem Motto der Anpassung und der scheinbaren Versöhnung. Damit war jetzt Schluss. Hitler legte Wert darauf, seine Erfolge der Welt abzutrotzen.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 260 )

 

Es gab im Dritten Reich durchaus eine Art Pressevielfalt. Wer die „Frankfurter Zeitung“ las, der bekam die Dinge in ganz anderem Ton und Stil dargestellt als jemand, der den „Völkischen Beobachter“ las. Und auch der „Völkische Beobachter“ unterschied sich noch von den nationalsozialistischen Kampfblättern, dem „Schwarzen Korps“ dem Organ der SS oder dem „Stürmer“ dem Organ des antisemitischen Gauleiters Streicher. Der Zeitungsleser hatte durchaus die Wahl, die Dinge so dargestellt zu sehen, wie er es sich wünschte, und gemäß seiner Stimmungslage weiter bedient zu werden.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 256 + 257)

 

Eine „nationale Erhebung“ – ich habe sie noch in sehr guter Erinnerung – erwuchs aus zwei Wurzeln. Erstens aus der Ermüdung an der politischen Ungewissheit der letzten 14 Jahre nach dem Krieg. Man wollte wieder wissen, woran man war, wünschte Ordnung, eine feste Hand, festen Willen, einen Mann an der Spitze. Aber – und das ist die zweite Wurzel dieser Bewegung – man wollte keinen Papen oder Schleicher an der Spitze, nicht einen Vertreter der als abgelebt empfundenen 1918 abgedankten alten monarchistischen Oberklasse. Man wollte etwas wirklich Neues: eine Volksherrschaft ohne Parteien, eine populäre Führergestalt wie man sie in Hitler erblickte. Vor allem wollte man, dass Deutschland wieder einig, groß und stark würde – wie 1914.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 237 )

 

 

Trotz der ersten Zeichen einer antisemitischen Politik bildete sich in weiten Kreisen der Bevölkerung eine Überzeugung, dies sei eine große Zeit, in der sich die Nation wieder einte und endlich ihren Gottgesandten fand, einen aus der Mitte des Volkes entstandenen Führer, der für Zucht und Ordnung sorgen, die Kräfte der ganzen Nation zusammenfassen und das Deutsche Reich neuen, großen Zeiten entgegenführen würde. Es war diese Stimmung, die es Hitler ermöglichte, die ganze politische Szene praktisch widerstandslos abzuräumen und eine Situation herbeizuführen, in der niemand seinem Willen mehr Widerstand leisten oder seine Pläne vereiteln konnte.

( Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ /S. 238 )

 

„Wenn England einmal so geschlagen darniederliegen sollte wie Deutschland nach dem Weltkrieg 1914-1918, dann wünschte ich mir für England einen Mann wie Adolf Hitler!“

(Winston Churchill im Jahre 1938)

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit

Wird fortgesetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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