L e o T h e n n Jahrgang 1926 Pforzheim -Büchenbronn

 

 

Die Wahrheit für Deutschland und die Deutschen

 

-Zeitgeschichte im Spiegel von Zitaten Nr. 113-

 

Die Vertreibung der Sudetendeutschen / Der andere Holocaust

Das Sudetenland wird auf drei Seiten von Gebirgszügen umschlossen:

Im Südwesten vom Böhmerwald, im Nordwesten vom Erzgebirge, im Nordosten vom breiten, tief eingeschnittenen Wall der Sudeten. Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 27 000 Quadratkilometern. In der Zeit des Ersten Deutschen Reiches unterstützten die Böhmen das Kaisertum und riefen deutsche Siedler ins Land. Ab 1306 regierten die deutschen Kaiser auf dem Hradschin in Prag. 1526 geriet Böhmen in den Herrschaftsbereich der Habsburger. 1918 wurde im Versailler Vertrag das Gebiet der Neugegründeten Tschechoslowakei zugeschlagen. Durch das „Münchner Abkommen“ zwischen Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland kam das Sudetenland am 29. September 1938 wieder „heim ins Reich.“ Der „Anschluss“ an das Deutsche Reich wurde von der Bevölkerung als Befreiung von Fremdherrschaft und Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker enthusiastisch begrüßt.

(„Der andere Holocaust“ von Karsten Kriwat Seite 115)

 

Die Vertreibung der Sudetendeutschen spielte sich im Frühjahr 1945 anders ab, als die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Reichsgebieten. Das Gebiet, in dem die Sudetendeutschen ansässig waren, war von alliierten Truppen eingekreist worden und wurde von ihnen besetzt, ohne dass die Deutschen aus dem besetzten Gebiet fliehen konnten. Während im Westen Böhmens unter US-Besatzung einigermaßen erträgliche Verhältnisse herrschten, bis die eigenmächtige „Aussiedlung“ durch die Tschechen begann, herrschte in dem von der Roten Armee besetzten Gebiet das nackte Faustrecht, das von kommunistisch geführten tschechischen Nationalausschüssen und „Roten Garden“ ausgeübt wurde.

(„Der andere Holocaust“ von Karsten Kriwat Seite 115)

 

Diese Terrorgruppen hatten sich nach Kriegsende (8.Mai 1945) gebildet und gaben sich als „Partisanen“ aus, obwohl sie nie gegen einen bewaffneten Gegner gekämpft haben. Als tragischer Höhepunkt dieser Phase der Vertreibung war der „Todesmarsch von Brünn“. Im Mai 1945 forderten die Brünner Revolutionsgardisten die Abschiebung aller Deutschen aus der Stadt. Am 29. Mai 1945 organisierten sie im gesamten Stadtgebiet Razzien und forderten die Deutschen ultimativ auf, sich am nächsten Tag im Altbrünner Klostergarten zu versammeln. In langen Reihen fanden sich dann am 30.Mai 1945 knapp 30 000 Deutsche (vorwiegend Frauen, Kinder, Greise) auf der Straße ein, die dort den Befehl zum Abmarsch nach Österreich erhielten. Der Marsch geriet zur Tortur, etwa 1 700 Menschen kamen dabei ums Leben.

(„Der andere Holocaust“ von Karsten Kriwat Seite 116)

 

Steffi Fischer gehört zu jenen Zeitzeugen, welche die „humane“ Ausweisung aus ihrer Heimat erlebten. Sie beschreibt den „Brünner Todesmarsch“ so:

„Um 18.oo Uhr kam der tschechische Blockwart in meine Wohnung und ordnete an, dass um 20.oo Uhr alle deutschen Mietparteien marschbereit sein müssen, da wir für drei Tage in ein Lager abtransportiert würden. Er betonte ausdrücklich, dass es höchstens für drei Tage in ein Lager gehe und wir nichts mitnehmen brauchten. Wir sollten auch ohne Sorge sein, da unsere Wohnungen inzwischen bewacht würden und wir alles wieder so vorfänden, wie wir es verlassen hätten!“

(„Der andere Holocaust“ von Karsten Kriwat Seite 116)

Der „Brünner Todesmarsch“

 

Die Zeitzeugin Steffi Fischer berichtet weiter:

„Um 21,30 Uhr wurden wir von einigen halbwüchsigen Burschen mit Gewehren zur Polizeidirektion geführt, wo wir uns auf den Gehsteig setzen mussten. Nun wurden wir unter Drohung des Erschießens aufgefordert, Geld und Sparbücher abzugeben. Hierauf wurden wir in Richtung Wiener Straße durch abgelegene Straßen geführt und einige Male von Partisanen um das Wenige, was wir bei uns trugen beraubt. So ging es die ganze Nacht durch. Erst um sieben Uhr morgens erreichten wir den Brünner Zentral - Friedhof, wo uns ein Begleitmann höhnisch zurief: „Schaut Euch noch mal Brünn an, zurück kommt Ihr nicht mehr! Wer zurück kommt wird erschossen!“

 

Jetzt erst wurde uns klar, dass wir vertrieben wurden, unserer ganzen Habe beraubt, nur das, was wir auf dem Körper trugen, war noch unser eigen….ohne Rücksicht auf die Ermüdung der alten Leute wurden wir vorwärtsgetrieben …mit Zurufen „Ihr deutschen Schweine, weiter!“ wurde hinter uns immer geschossen ….kamen wir mittags bei glühender Hitze in Raigern an .

.…viele Kinder und kranke alte Leute konnten nicht mehr weiter, wurden aber mit Fußtritten und Gewehrkolben dazu gezwungen bis sie entkräftet im Straßengraben zusammenbrachen …man ließ sie nicht ruhig sterben .…von den tschechischen Begleitmännern mit Fußtritten ins Jenseits befördert .…bat eine Tochter bei ihrer sterbenden Mutter bleiben zu dürfen …mit den Worten „Die Sau verreckt schon allein“ von der sterbenden Mutter fortgezerrt und weitergetrieben .…einer hochschwangeren Frau, die durch die Aufregung im Straßengraben gebären wollte, das Kind aus dem Leib getreten und sie selbst musste verbluten .…nicht einmal Säuglinge durften von ihren Müttern gestillt werden, deshalb sind unterwegs viele Säuglinge gestorben .…weinende Mutter bat ihr totes Kind begraben zu dürfen, doch diese fassten das tote Kindlein an den Füßen warfen es in den Wald und trieben die heulende Mutter weiter….

 

Von Hunger und Durst geplagt, bei strömendem Regen schleppten wir uns auf der Landstraße dahin, bis wir um 20.30 Uhr in einem von Russen besetzten Ort ankamen. Die Russen fragten, wer wir denn seien, da hörten wir einen Tschechen antworten: „Das sind die Germanen deren Männer in Russland Eure Kinder ermordeten, Eure Frauen entehrten und Eure Häuser verbrannt haben“ Darauf wurden uns Schweine und Pferdeställe zum Übernachten zugewiesen.

 

Nach einer furchtbaren Nacht .… weiter nach Niklosburg. Meine Mutter war so müde, dass sie kaum noch gehen konnte …schleppten wir uns nach Muschau weiter .…nach zwölf Tagen an die österreichische Grenze gebracht, nochmals durchsucht, des Letzten beraubt, gänzlich mittellos über die Grenze abgeschoben und unserem Schicksal überlassen.

Beim österreichischen Zollhaus bot sich uns ein Bild des Grauens! Der ganze Straßengraben war mit Leichen gefüllt, welche von der Hitze aufgedunsen waren und einen Pestilenzgeruch verbreiteten.

 

So unmenschlich und grausam wurde ich mit meiner 75-jährigen Mutter aus meiner Heimatstadt Brünn vertrieben, wo wir Generationen hindurch ehrlich und fleißig unser Brot verdient hatten und unser durch 20-jährige Arbeit erworbenes Gut zurücklassen mussten.“

(„Der andere Holocaust“ von Karsten Kriwat Seite 117 + 118)

 

 

Es gibt nur eine Wahrheit wird fortgesetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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